Niemals vergessen!

"Morgen wird keiner von uns
leben bleiben
wenn wir heute
wieder nichts tun"

Liebe Schülerinnen und Schüler!

In diesen Tagen erinnern wir uns an die Ereignisse vor 75 Jahren – das Ende des 2. Weltkrieges und die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen. Ein Gedicht von Erich Fried (1921 – 1988), der in Wien geboren wurde und als Kind jüdischer Eltern (sein Vater starb an den Folgen eines „Verhörs“ durch die Nationalsozialisten) deswegen überleben konnte, weil seine Familie nach England ausgewandert ist, zeigt uns an den Sinn des geschichtlichen Erinnerns auf. Wir können aus der Geschichte lernen, indem wir die Vergehen der Generationen vor uns vor Augen haben und gemeinsam die Zukunft zum Wohl aller Menschen - unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Volksgruppenzugehörigkeit - aufbauen.


GESPRÄCH MIT EINEM ÜBERLEBENDEN

Was hast du damals getan
was du nicht hättest tun sollen?

Nichts

Was hast du nicht getan
was du hättest tun sollen?

Das und das
dieses und jenes:
Einiges

Warum hast du es nicht getan?

Weil ich Angst hatte

Warum hattest du Angst?

Weil ich nicht sterben wollte

Sind andere gestorben
weil du nicht sterben wolltest?

Ich glaube
ja

Hast du noch etwas zu sagen
zu dem was du nicht getan hast?

Ja: dich zu fragen
Was hättest du an meiner Stelle getan?

Das weiß ich nicht
und ich kann über dich nicht richten.
Nur eines weiß ich:
Morgen wird keiner von uns
leben bleiben
wenn wir heute
wieder nichts tun

(Erich Fried)